Bist Du bei der Sache? Über Konzentration und Achtsamkeit vs. Multitasking

Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist nur noch so lang wie die eines Goldfisches – zumindest habe ich das mal irgendwo gehört. Bei meiner eigenen Fähigkeit mich zu konzentrieren gewinne ich den Eindruck, dass das stimmt. Während ich am PC eine Sache erledige, schweifen im Alltag meine Gedanken oft ab und ich bin ganz woanders. Meistens bin ich im Geiste schon mit dem nächsten To-Do beschäftigt und entsprechend gar nicht konzentriert. Fakt ist, dass uns die ständige gleichzeitige Ausführung mehrerer Tasks tendenziell dusselig und vergesslich macht, während es wohl noch nie so einfach war abgelenkt zu werden wie heute. Müssen wir also lernen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen? Oder ist das Bullshit und wir lernen besser, unsere Konzentration zu trainieren?

In meinem Alltag gerate ich schnell in einen Strudel aus zu vielen gleichzeitigen Reizen. Ich arbeite am PC, wie viele von uns. Das ist die wohl potenziell krasseste Ablenkung ever. Denn wir nutzen am PC niemals nur ein Programm – wir haben tendenziell mehrere gleichzeitig laufen. Wir arbeiten an einer Sache, im Hintergrund ploppt eine e-Mail auf. Wer hier nicht den Impuls verspürt, direkt nachzusehen ob es was wichtiges ist, der möge sich bitte selbst einmal auf die Schulter klopfen. Aber auch Berufe ohne PC sind selten von nur einer Aufgabe zu einem Zeitpunkt geprägt. Im Gegenteil, beispielsweise die Ladenfläche eines Geschäfts ordentlich zu halten, aber gleichzeitig zu kassieren oder Brötchen zu belegen und gleichzeitig einen neuen Kunden zu bedienen – das ist mittlerweile wohl das normalste auf der Welt.

Aktuell bin ich im Urlaub. Nach nur ein paar Tagen fällt mir auf, dass mein zu Hause allgegenwärtiger Dusel verflogen ist. Ich fange an, darüber nachzudenken und komme zu dem Schluss, dass es am Multitasking liegt, welches ich hier wenig bis gar nicht betreibe. Zu aller erst: Es gibt nur WIFI. Wir haben bewusst darauf verzichtet, eine SIM-Karte zu kaufen. So komme ich also gar nicht erst in die Bredouille während eines Ausfluges Nachrichten zu beantworten. Außerdem habe ich nicht nur gefühlt mehr Zeit und erlaube mir so – relativ unüberlegt – die Dinge nacheinander zu tun. Im Beruf ist es das genaue Gegenteil: Ich versuche mich extrem auf die Erstellung eines Vertrages zu konzentrieren, während mich dabei jemand anruft oder jemand eine Geschichte erzählt. Neben mir liegt nicht selten mein Handy. Mein Hirn muss ständig hin und her springen. Häufig bin ich nach der Arbeit geistig völlig hinüber und frage mich warum. Vermutlich genau deswegen.

Natürlich ist das Tema nicht vollkommen erledigt, wenn ich im Urlaub bin. Die ganze Überlegung zum Thema Konzentration ist hier entstanden: ich komme abends in mein Zimmer, greife nach meinem Handy und sehe: Oh, Nachrichten. Viele. Muss ich mal lesen. Gleichzeitig muss ich auf Toilette. Seid ehrlich: Das kennen wir alle. Also höre ich Sprach-Nachrichten eben auf der Toilette ab und bin natürlich überhaupt nicht bei der Sache. In Asien ist es jedoch oft so – insbesondere auf Inseln wie Langkawi (wo ich mich befinde), dass man das Klopapier eher nicht in die Toilette werfen sollte – dafür gibt es meistens einen Mülleimer neben dem Klo. Die Abwasser-Rohre halten einfach nicht so viel aus. Ich allerdings werfe, meine Gedanken in der Sprachnachricht, mein Papier in die Toilette und was passiert? Genau. Verstopft. Keiner mehr wach, kein Pömpel weit und breit. Nicht nur, dass ich also nun bis morgen warten muss, um peinlich berührt zu erklären was los ist und das Problem zu beheben, nein. Ich kann des Nachts auch nicht auf Toilette gehen. Frustriert stelle ich fest, dass es an dem Versuch lag, wieder mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Also kann ich jedem nur raten: Seid achtsam – auch auf Toilette!

Multitasking – was soll das?

Multitasking kennen wir aus der PC-Welt, denn dort hat es seinen Ursprung. Hier entsteht der Eindruck, dass mehrere Programme gleichzeitig laufen, während der PC in Wahrheit nur so schnell zwischen den Tasks hin und her springt, dass es aussieht als mache er alles gleichzeitig. Unser Gehirn kann zwar – im Gegensatz zu einem PC – mehrere Sachen gleichzeitig tun, aber mit Einschränkungen. Dies funktioniert am Besten mit Randprozessen, die auf Autopilot laufen. Haben mehrere Tasks ein und das selbe Ziel, so fällt es uns leichter, diese Dinge gleichzeitig zu tun. Ebenso klappt es ganz gut, wenn verschiedene Sinne gleichzeitig angesprochen werden. Schmecken und sehen können wir gleichzeitig sehr gut. Muss hingegen eine Entscheidung gefällt werden, braucht unser Gehirn dafür viel Kapazität, mehrere Entscheidungen gleichzeitig klappt also nicht wirklich. Komplexe Dinge können wir nicht konzentriert tun, wenn es mehrere sind. Es geht dabei rund 25 % mehr Zeit drauf, wenn wir versuchen, z.B. Dinge auf der Arbeit gleichzeitig zu erledigen, wir sind also nicht produktiver. Im Gegenteil. Wer sich also heute fokussieren und konzentrieren kann, der sollte ein Jackpot für Arbeitgeber sein – auch wenn dort oft noch davon gesprochen wird, wir toll es wäre Multitasking-fähig zu sein.

Ursprünge und Möglichkeiten

Ursachen für unsere kurze Aufmerksamkeit und Konzentrationsstörungen können sein:

  1. Informationsüberlastung und zu viele Reize
  2. Krankheiten, sowohl körperliche als auch psychische
  3. Alkohol
  4. wenig Schlaf
  5. Stress
  6. das Internet: es wurde bereits belegt, dass hier die größte Ablenkung liegt, weil es praktisch immer Mehreres gleichzeitig anzeigt
  7. Unterbrechungen: ganz natürlich ist es heutzutage ständig unterbrochen zu werden, da wir immer ein Smartphone dabei haben. Diese Unterbrechungen denken unsere nachhaltig unsere Produktivität und Kreativität. Bei Jugendlichen wurde nachgewiesen, dass das auch unser Gedächtnis darunter leidet – die Probanden der Studie konnten sich deutlich schlechter etwas merken.

Was kann helfen?

  1. Pausen einlegen
  2. Ablenkungen aussperren (Handy in ein anderes Zimmer legen)
  3. ausreichend Schlaf
  4. Ausgleich in Form von Sport und Bewegung
  5. Sauerstoff z.B. beim Spazieren oder Joggen
  6. Achtsamkeitsübungen und Meditation – alles was gegen den Autopiloten läuft
  7. To-Do Liste oder auch mal eine Not To-Do Liste, um bewusst Dinge nicht zu tun, die eigentlich noch nicht nötig sind
  8. Ernährung: Nüsse, Vollkorn, Traubenzucker
  9. Genug Wasser trinken
  10. Yoga

Auch Yoga hilft (wie könnte es anders sein). Da wir uns auf unseren Atem und auf unseren Körper fokussieren, üben wir uns auch in der Yoga-Klasse in Konzentration. Wir versuchen, nicht so viel abzuschweifen, im Hier und Jetzt zu sein. Generell gilt: Teil des Yoga Pfades ist es, zuerst die Sinne nach innen zu richten, dann Konzentration zu üben, um dann zur Meditation zu gelangen – welche mühelos ist. Haben wir also Schwierigkeiten uns zu Konzentrieren, kann Yoga auch hier hilfreich sein. Die meisten von uns beginnen mit Yoga, um etwas für ihren Körper zu tun. Es kann aber ebenso ein anderer Weg sein es auszuprobieren, um sich besser und länger fokussieren zu können – was sicherlich ein fabelhaftes Feature für unseren Alltag ist.

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